Jedes dritte spanische Kind leidet an Übergewicht

Ernährungsgewohnheiten, sitzende Lebensweise und Schlafmangel sind laut Experten die Hauptursachen für Übergewicht und Adipositas bei Kindern.

Mehr als ein Drittel aller spanischen Kinder leiden an Übergewicht, was Spanien in Bezug auf Fettleibigkeit bei Kindern zu einem der Länder mit den schlechtesten statistischen Daten in Europa und auch weltweit macht. Dies wurde von Dr. Rafael Casas, dem Autor der ersten Studie über die aktuelle Situation zu Übergewicht und Fettleibigkeit bei Kindern in Spanien, im Rahmen des in Zusammenarbeit mit DKV Seguros stattfindenden und der gesunden Ernährung gewidmeten Festivals Cómo Como in Barcelona bestätigt.

Dr. Casas, der Facharzt in Psychiatrie und eine Referenz im Bereich der Fettleibigkeit von Kindern ist, hat hervorgehoben, dass laut der letzten Thao-Studie 2015, an der 20.308 spanische Kinder beteiligt waren, 33,2 % zu viel wiegen (19,5 % sind übergewichtig und 13,7 % fettleibig). Dem hat er hinzugefügt, dass die Ursachen multifaktoriell sind, aber hauptsächlich mit der Aufgabe der mediterranen Ernährung, einer sitzenden Lebensweise und der Anzahl der Stunden, die geschlafen werden, zusammenhängen, sowie mit anderen Faktoren, die bereits während der Schwangerschaft ausgelöst werden.

In diesem Sinne hat der Experte hervorgehoben, dass diese Veränderungen in den Gewohnheiten zu einem großen Teil die Folge eines mangelnden sozialen Bewusstseins, insbesondere der Eltern, in Bezug auf die Wichtigkeit sind, schon in jungem Alter gesunden Gewohnheiten zu folgen. Dr. Casas geht davon aus, dass viele Eltern nicht wissen, dass Vorlieben in Bezug auf Lebensmittel schon in sehr jungen Jahren erlernt werden sollten, und da sie als Eltern die wichtigste Referenz für ihre Kinder sind, sollten sie selbst diese Lebensgewohnheiten befolgen und sie in den Lern- und Erziehungsprozess ihres Kindes mit einbeziehen.

Die Hauptursachen sind der Verzehr von wenig Obst und Gemüse, Bewegungs- und Schlafmangel

Wenn wir über den Verzehr von Gemüse sprechen, so wird empfohlen, jeden Tag mindestens 2 bis 3 Portionen rohes Gemüse (Salat) oder gekochtes Gemüse (als Gericht oder als Beilage) zu verzehren; Mengen, die weit von der aktuellen Realität entfernt sind. Nach Angaben des mit der DKV zusammenarbeitenden Arztes essen 62 % der Kinder jeden Tag Gemüse, aber nur 25 % essen dieses zweimal am Tag; das bedeutet, dass 3 von 4 Kindern nicht die empfohlene Menge von 2 -3 Portionen Gemüse pro Tag verzehren.

Parallel dazu ist die sitzende Lebensweise ein weiterer entscheidender Grund, mit dem der derzeit hohe Anteil von Kindern mit Übergewicht und Adipositas zu erklären ist. Dr. Casas sagt, dass er sehr wohl wisse, dass entgegen der Empfehlung, nicht mehr als 2 Stunden am Tag inaktiv zu sein, durch das Aufkommen neuer Technologien und deren Einführung in unsere tägliche Routine, die Zahl der Kinder, die auf der Straße oder im Park spielen oder ihre Freizeit der körperlichen Aktivität widmen, auf Kosten der Inaktivität abgenommen hat. Weiter sagte er, dass, wenn wir diese sitzende Lebensweise mit der gegenwärtigen schlechten Angewohnheit, fleißig kalorienreiche Produkte und zuckerhaltige Getränke zu uns zu nehmen, verbinden, dies zu einem signifikanten Ernährungsungleichgewicht führt.

Auch gibt es einen der Gesellschaft und den Eltern weniger bekannten Faktor, der ebenfalls das Übergewicht beeinflusst: die Anzahl der Stunden, die die Kinder schlafen. Laut dem Autor der ersten Studie über die aktuelle Situation zu Übergewicht und Fettleibigkeit bei Kindern in Spanien, gebe es derzeit einen weltweiten Trend, weniger als die empfohlenen Stunden zu schlafen und diese Angewohnheit werde auch auf Kinder übertragen. Er sagt, dass es Eltern gebe, die glauben, dass Kinder die gleiche Anzahl an Stunden schlafen sollten wie Erwachsene, man aber wissen müsse, dass Kinder, die weniger als die empfohlene Stundenzahl schlafen, das sind im Vorschulalter 11 bis 13 Stunden und im Schulalter zwischen 10 und 11 Stunden, leichter zunehmen.

Die Experten glauben, dass, um dieser Situation entgegenzuwirken und gegen Übergewicht bei Kindern anzukämpfen, der Schlüsselfaktor die Prävention ist. Auch Dr. Casas hat darauf hingewiesen, dass Fettleibigkeit bei Kindern ein Problem der öffentlichen Gesundheit ist und daher mit Maßnahmen angegangen werden muss, die die verschiedenen daran beteiligten Akteure betreffen: die Eltern, die Lehrer, die Kinderärzte, die öffentliche Verwaltung und natürlich die Kinder selbst. In diesem Zusammenhang erinnerte er an Initiativen wie diejenige der DKV mit dem Programm #Apptívate, das unter anderem Aktionen wie den Lehrstuhl für Gesundheitserziehung an der Elternuniversität, das Programm "Las Escuelas de la Milla" an Schulen oder das Videospiel "Runners4Health" umfasst, mit dem gesunde Lebensgewohnheiten gefördert und das Übergewicht und die Fettleibigkeit bei Kindern bekämpft werden sollen.

Das Festival "Cómo Como", in dessen Rahmen die Konferenz von Dr. Rafael Casas stattfand, der mit der DKV zusammenarbeitet und Koordinator von Bildungsprojekten zur Förderung gesunder Lebensgewohnheiten ist, ist das erste in großem Format stattfindende Festival speziell für gesunde Ernährung, das sich insbesondere an Eltern und an Kinder wendet. Während des Festivals, das am 14., 15. und 16. September im Hafen von Barcelona zum dritten Mal stattfand, konnten die Besucher die angebotenen Gespräche mit Experten aus der Branche, Showcooking und Kinderworkshops genießen.